Pfaffenhofen

Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies

Freilichttheater „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ von Joseph Maria Lutz auf dem Hauptplatz im Juni/Juli 2018

Der Theaterspielkreis Pfaffenhofen beteiligt sich mit einer großen Freilichtinszenierung am Programm der Paradiesspiele. In Kooperation mit der Stadt Pfaffenhofen und in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Falco Blome verwirklicht der Theaterspielkreis das bekannteste Stück des Pfaffenhofener Schriftstellers. Das 1934 verfasste Werk wurde seit seiner Uraufführung auf über 100 Bühnen gespielt und legte den Grundstein für Lutz‘ Bekanntheit als Autor. Das Stück ist auch Titelgeber der gesamten Paradiesspiele – umso erfreulicher, dass es nun zur Neuinszenierung kommt.

 

Die Konzeption der Aufführung geht ganz neue Wege: Für die diesjährige Inszenierung wird der Theaterspielkreis mit Profis zusammenarbeiten. Neben dem aus Pfaffenhofen stammenden und hier nicht unbekannten Regisseur Falco Blome, der bereits 2013 mit einem Solostück einen Anteil am Programm der Paradiesspiele hatte und der nun Regie bei der Neuinszenierung führt, sind es vor allem die professionellen Schauspieler, die der Inszenierung eine ganz eigene Qualität geben. Für das Bühnenbild konnte der Lichtkünstler Markus Jordan gewonnen werden.

Es ist ein schönes zusätzliches Schmankerl, dass für diese außergewöhnliche Theaterinszenierung mehrere Kulturförderpreisträger der Stadt Pfaffenhofen Hand in Hand zusammenarbeiten (Falco Blome 2014, der Theaterspielkreis 1998 und die Stadtkapelle 2013). Das alles macht diesen „Brandner Kaspar“ sicherlich zu einem kulturellen Höhepunkt und zum zentralen Programmpunkt der diesjährigen Paradiesspiele.

Auch bei der Wahl des Spielortes gibt es gegenüber 2013 eine Änderung: Nachdem 2013 das Rathaus als Kulisse für die Produktion diente, wird diesmal die Seite gewechselt: Atmosphärisch besser zum Stück passend und veranstalterisch besser zu kontrollieren ist das Gebäude-Ensemble am Oberen Hauptplatz zwischen den beiden Kirchen. Die Bühne wird dabei direkt vor dem Haus der Begegnung stehen.

Insgesamt sind neben der Premiere am 16. Juni acht Aufführungen geplant:
Fr., 22. Juni, Sa., 23. Juni, Sa., 30. Juni, So., 1. Juli, Fr., 6. Juli, So., 8. Juli, Fr., 13. Juli, Sa., 14. Juli
Ausweichtermine bei schlechter Witterung: Fr., 20. Juli, Sa., 21. Juli; Sa., 28. Juli

Beginn jeweils um 20.15 Uhr.

Eintritt (inklusive Vorverkaufsgebühr):
Platzkategorie 1: 25 €
Platzkategorie 2: 22 €
Platzkategorie 3: 17 €
Ermäßigt (nur Kategorie 3): 13 €

Der Kartenvorverkauf startet am 16. April. Tickets für alle Vorstellungen gibt es bei den Vorverkaufsstellen Pfaffenhofener Kurier und Elektro Steib sowie online bei okticket.de.

Als Aktion zum Vorverkaufsstart gibt es eine Earlybird-Aktion: Die Tickets kosten am Samstag, 21. April, je drei Euro weniger. Der Theaterspielkreis wird hierfür einen Infostand vor dem Rathaus aufbauen.

Weitere Informationen gibt es unter www.theaterspielkreis.de

 

Weiterführende Informationen:

Der Theaterspielkreis Pfaffenhofen e.V.

2018 wird der Theaterspielkreis Pfaffenhofen e.V. 45 Jahre alt. Der Verein hat mittlerweile rund 300 Mitglieder, die ehrenamtlich jährlich ein bis vier Amateurtheater-Produktionen erfolgreich auf die Bühne bringen. Seit seiner Gründung hat der TSK mit weit über 100 Produktionen, mehr als 1.000 Aufführungen und weit über 100.000 Besuchern einen nachhaltigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt und der Region geleistet.

1993, zum 20-jährigen Vereinsjubiläum und zum 100. Geburtstag des Heimatdichters Joseph Maria Lutz, wurde mit der Uraufführung seines Stücks „Der fremde Kaiser“ eine kleine Freilichttradition begründet. Darauf folgten zum Millennium „Birnbaum und Hollerstauden“ von Lutz und 2013 erstmalig auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus „Der Zwischenfall“, ebenfalls von Lutz.  Auch der „Brandner Kaspar“ wurde 1988 schon inszeniert.

Auf seiner Seite bloggt der Theaterspielkreis neueste Entwicklungen aus der Probephase: http://www.theaterspielkreis.de/brandner-kaspar-2018

 

Das Stück:

„Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ – Das Bühnenstück von Joseph Maria Lutz nach einer Erzählung von Franz von Kobell

1934 schrieb J. M. Lutz seine Bühnenfassung „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ nach der 1871 veröffentlichten kurzen Erzählung von Franz von Kobell. Dabei hält er sich eng an das Original und will ein volkstümliches Theaterstück mit „echter Gemütstiefe“ erschaffen, wie er in der Einführung zum Theaterstück formuliert. Im Gegensatz zur späteren Version von Kurt Wilhelm setzt er weder auf „überhitzte dramatische Knalleffekte“ noch auf „humoristische Zutaten und Späße“.

Der rüstige Witwer Brandner Kaspar, dessen beide Söhne als Soldaten dienen, bekommt eines Abends Besuch vom Boanlkramer. Mit einigen Stamperln Kirschgeist und einem Kartenspiel gelingt es Brandner dem Tod das Versprechen abzuringen, ihn erst mit 90 Jahren zu holen.

Nach einigen schlechten Jahren für den Brandner Kaspar, seine Söhne sind beide im Krieg geblieben, fliegt der Handel oben im Himmel durch eine verunglückte Sennerin auf und Petrus schickt den Boanlkramer erneut, um den Überfälligen abzuholen.

Nur um einmal einen Blick ins Paradies werfen zu können und nachher wieder zurück gebracht zu werden, begleitet der Brandner den schwarzen Gesellen in den Himmel. Als er jedoch dort seine Söhne, seine Frau und seine Verwandten erblickt, beschließt Kaspar einfach da zu bleiben.

 

Das Ensemble:

Regie und künstlerische Leitung: Falco Blome

Falco Blome, geboren 1974 in Bremen. Das Abitur absolviert er am Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen und lebt seitdem in Bayern. Er ist nach wie vor Mitglied im Theaterspielkreis Pfaffenhofen für den er v.a. in der zweiten Hälfte der 90er Jahre viele Stücke auf die Bühne im Haus der Begegnung brachte. Während des Studiums der Germanistik, Linguistik und Theaterwissenschaft an der LMU München arbeitete er als Regieassistent am Bayerischen Staatsschauspiel. Von 2001 bis 2011 ist er Regieassistent und Hausregisseur am Theater Ingolstadt. Dort baut er gemeinsam mit Julia Mayr die Experimentierreihe „Kleines Haus extra“ auf. Unter anderem inszenierte er am Theater Ingolstadt „Die fetten Jahren sind vorbei“, „Bambiland“ und zuletzt „Amerika“ in der Werkstatt. Seit 2011 ist Falco Blome als freier Regisseur tätig. 2014 wird er Kulturförderpreisträger der Stadt Pfaffenhofen. Seit 2016 sind Falco Blome und Leni Brem die neuen künstlerischen Leiter des Altstadttheaters in der Kanalstraße. Dort und auch weiterhin im Stadttheater Ingolstadt inszeniert er teilweise auch eigene Stücke.

 

Der Boanlkramer: Adelheid Bräu

Adelheid Bräu hatte ihr erstes Engagement am Münchner Volkstheater, an das sie immer wieder unter der Intendanz von Ruth Drexel zurückkehrte. Danach folgten Engagements am Staatstheater Braunschweig, Bayerisches Staatsschauspiel, Staatstheater Wiesbaden, Theater der Stadt Koblenz, Schauspielhaus Wien und am Theater Ingolstadt. Seit 2011 ist sie freischaffend tätig u.a. am Theater Erlangen, Theater Bregenz und am Altstadttheater Ingolstadt. Am Altstadttheater spielt sie zurzeit im Karl-Valentin-Solo „Warten auf Karl“ und in "Hinterkaifeck".

 

 

Der Brandner Kaspar: Nik Neureiter

Nik Neureiter (Schauspieler, Regisseur, Produzent) startete nach dem Schauspielstudium am Max-Reinhard-Seminar in Wien seine berufliche Laufbahn am Stadttheater Ingolstadt. Es folgten Engagements am Bayerischen Staatsschauspiel, den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, bei den Wiener Festwochen, am Nationaltheater Weimar, Schlossparktheater Berlin und am Volkstheater in Wien. Nach mehreren Jahren bei Film und Fernsehen, u.a. Serienhauptrollen bei „Die Wache“ und „Hinter Gittern“, erwachte die Sehnsucht nach der Bühne neu. Es folgten Stationen am Landestheater Salzburg, Stadttheater Ingolstadt und Tiroler Landestheater.

Auch an anderen Bühnen Tirols, wo Nik Neureiter mittlerweile lebt, war und ist er tätig, in Bozen und bei den Volksschauspielen in Telfs. In den letzten Jahren erweiterte er seine Tätigkeit, produzierte mit dem von ihm gegründeten soziokulturellen Verein „Theater konkret“ (www.und-lieben.tirol) die Performance „heart 2 art“, führte Co-Regie bei dem Jugendstück „Echt arm“ und produzierte mit der Abschlussklasse der Waldorfschule  „i bims 1 ghettokind“.

 

Die Sennerin und die Brandnerin: Katrin Wunderlich

Katrin Wunderlich wurde in Oberfranken geboren und absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ihr Erstengagement führte sie 2002 zunächst für sechs Jahre ans Theater Magdeburg. Während dieser Zeit spielte sie z. B. „Clockwork Orange“, „Wahlverwandtschaften“, „Macbeth“, „Hair“ und vieles mehr. 2008 wechselte sie dann als festes Ensemblemitglied ans Theater Ingolstadt. Hier war sie u.a. zu sehen in „Shockheaded Peter“, „Schöne Bescherungen“, „Ein seltsames Paar“, „Little Hero“ und „Alexis Sorbas“. Ab 2010 lebte und arbeitete Katrin Wunderlich freischaffend in München. Dort hat sie u. a. gemeinsam mit einer Regisseurin in Eigenproduktion das Solostück „Orlando“ nach  Virginia Woolf erarbeitet und gastierte damit an verschiedenen Theatern, u.a. in München, Ingolstadt und bei den Murnauer Theatertagen. Sie drehte für die ARD/BR-Fernsehserie „München 7“ und für die ARD-Ost-West-Satireserie „Sedwitz“ von Paul Harather.  Außerdem arbeitet Katrin Wunderlich regelmäßig als Synchronsprecherin, u. a. für die Serien „Game of Thrones“, „Outlander“, „Code Black“ und „Jane the Virgin“. 2016 und 2017 führte sie ihr Weg als Gastschauspielerin zurück ins Ingolstädter Ensemble des Stadtheaters, in dem sie in „Die Perser“, in „Die Georgier“ und in „Bürgerwehr“ mitwirkte. Im Sommer 2017 spielte sie bei den Frankenfestspielen Röttingen in „My fair Lady“ und im „Brandner Kaspar“. Sie gastierte in der Spielzeit 2017/18 am Theater Heilbronn in B. Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“. Auch im Altstadttheater Ingolstadt war sie 2017/18 zu sehen, und zwar in einem Solostück als Lola Montez, Geliebte des bayerischen Königs Ludwig I, unter der Regie von Falco Blome.

 

Bühne und Lichtgestaltung: Markus Jordan

Markus Jordan zeigte seine Licht-Installationen schon in Pfaffenhofen und illuminierte beispielsweise das Rathaus und den Kirchturm der Stadtpfarrkirche. Mancher erinnert sich vielleicht an die Geysire beim Literaturfestival „Island in Pfaffenhofen“. Auch in Ingolstadt illuminierte er schon einige Bauwerke und ist mittlerweile ein gefragter Künstler (z. B. Lichtstrom Festival).

 

 

 

Musikalische Gestaltung: Stadtkapelle Pfaffenhofen

Mitglieder der Stadtkapelle werden die musikalischen Parts übernehmen und man darf auf zusätzliche Einsätze gespannt sein.

 

Theaterspielkreis:

Die Besetzung aus den Reihen des Theaterspielkreises:
Jagersepp: Manuel André
Wirt: Ludwig Diepold
Wirtin: Marion Linnemann
Petrus: Josef Kainz
und weitere

 

Das Organisationsteam hinter der Bühne:

Regieassistenz und Inspizienz: Sylvia Ott, Stefanie Ott, Marion Simon
Koordination und Zusammenarbeit mit der Stadt: Steffen Wagner
Technik: Stefan Gnann
Maske: Claudia El Jolani
Kostüme: Anita Promberger
Requisite: Stefanie Ott
Sponsoring: Theo Abenstein
Beratung: Helmut Muthig
Grafik: Marcel Riesner
Fotos: Gabi Hartmann
Projektleiter der Stadt: Sebastian Daschner

 

Der Spielort

Aufgrund des großen Erfolgs des „Zwischenfalls“ vor fünf Jahren wird der Spielort Hauptplatz beibehalten; allerdings dieses Mal vor dem Haus der Begegnung, in dessen Räumen sich der TSK ja seit langen Jahren, wie zu Hause fühlen darf.

Die Kulisse ist natürlich für ein Freilicht-Projekt optimal. Die imposanten Gebäude und die nur nach einer Seite offene Konstellation laden direkt ein, dort Theater zu inszenieren.

Diese Anordnung ermöglicht auch eine sehr gute Abgrenzung des Spielortes zur öffentlich zugänglichen Hauptplatzfläche und erleichtert Zugangskontrollen.

Einziger Wermutstropfen ist es,dass das Wahrzeichen der Stadt Pfaffenhofen im Veranstaltungszeitraum eingerüstet sein wird: Da der Kirchturm der Stadtpfarrkirche sanierungsbedürftig ist und die Renovierung im letzten Jahr bereits aufgeschoben wurde, wird Teil der Kulisse am Oberen Hauptplatz auch die eingerüstete Kirche sein. Allerdings wurde der reibungsfreie Ablauf bereits abgestimmt und die Organisatoren kümmern sich um eine möglichst schonungsvolle Einbeziehung der Problematik in die Festspielkonzeption.

Vielen Dank für Ihr Feedback!