Pfaffenhofen

Kulturweg

Pfaffenhofen kulturell entdecken! 2017 ist ein besonderes Jahr in Pfaffenhofen: Mit der Gartenschau findet von 24. Mai bis 20. August die größte Veranstaltung in der Geschichte der Stadt statt.

Der für diesen Zeitraum organisierte und komplett ausgeschilderte Kulturweg ist ein wesentlicher Bestandteil des Pfaffenhofener Kultursommers 2017 und das verbindende Element zwischen Stadt und Gartenschau-Gelände: Der Rundweg führt von der Gartenschau durch die Innenstadt und wieder zurück zur Gartenschau. Auf diesem interessanten Spaziergang durch Pfaffenhofen können die Besucher sowohl Kunst und Kultur genießen als auch Sehenswürdigkeiten besichtigen.

An 30 Stationen bietet der Kulturweg reizvolle Ausstellungen, Kunstaktionen und Kunstinstallationen im öffentlichen Raum sowie Sehenswürdigkeiten und Grünanlagen.
Dabei heißt es überall: Eintritt frei!

 

Die 30 Kulturweg-Stationen:

 

1. Sebastian Schwamm

Kreisel Volksfestplatz

Sebastian Schwamm, 1987 geboren und aufgewachsen in Pfaffenhofen, liebt nach eigener Auskunft Pina Colada (aber nur das Lied), Leberkäs süß-scharf und Ghetto-Fitness. Er glaubt an das Revival des Faxgeräts und dass er eines Tages enormen Reichtum erlangen wird, indem er seine alten Magic-Cards verkauft. Seine Illustrationen und Zeichnungen sind mittlerweile bekannt für ihren skurrilen Witz, den ausufernden Detailwahn und die teils absurden Figuren, mit denen er seine begehrten Illustrationen bestückt.

Seit seinem Bachelor als Kommunikationsdesigner an der Hochschule München arbeitet Schwamm als freischaffender Illustrator – unter anderem für bekannte Zeitschriften oder das Lenbachhaus in München.

www.sebastianschwamm.de
www.instagram.com/sebastian_schwamm

 

 

2. Vilx & Bims

Ambergerweg

Ein französisches Graffiti-Team: VILX, illustrativ, comicartig arbeitender Künstler, hinterlässt seit Jahren weltweit Spuren in seinem Selbstverständnis als nomadischer Maler. Seine mit einem einzigartigen Stil ausgeführten Illustrationen, Zeichnungen und Wandbilder sind gleichzeitig tief melancholisch und aberwitzig humoresk, verbunden mit unglaublicher technischer Finesse, sowohl was das Zeichnerische angeht wie auch bei der Linienführung mit der Dose.

BIMS aus Südfrankreich ist Mitglied der in Graffitikreisen legendären und stilbildenden Ghetto Farceur Crew, ist bekannt als großer stilistischer Innovator und Sucher. Basis ist eine intensive Auseinandersetzung mit Kubismus, Surrealismus, Abstrakter Kunst und Comics. In dieser Mischung, gewürzt mit einer Prise Humor, erweitert er das „traditionelle“ Graffiti und versucht es zu umgehen und damit neue Wege zu beschreiten.

 

 

3. Inklusives Kunstprojekt von Regens Wagner Hohenwart
Sabine Ackstaller & Moritz Schweikl mit Menschen mit und ohne Behinderung

Ambergerweg

Ein Kunstwerk am Rande der Baustelle von Regens Wagner Hohenwart, verwirklicht in Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern der Gebäude: In einem vom Künstlerpaar Sabine Ackstaller und Moritz Schweikl aus Hüll angeleiteten Workshop beim Aktionstag der Aktion Mensch unter dem Titel „Wir gestalten unsere Stadt“wurden dort von Menschen mit und ohne Behinderung große Wandbemalungen realisiert. Das von Regens Wagner Hohenwart  federführend geplante und in Zusammenarbeit mit Freunden, Partnern und Nachbarn realisierte Projekt integriert die Baustelle als eigenständiges Kunstwerk in den Kulturweg.

Sabine Ackstaller und Moritz Schweikl sind beide ausgebildete Holzbildhauer, beide haben an der Akademie der bildenden Künste München studiert. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Bildhauerei und der Grafik, wobei in ihren Arbeiten einfache Formen und kräftige Farben dominieren.

 

 

4. Ladder to Heaven. Zeitgenössische Originalgrafik.

Kunsthalle, Ambergerweg

Mit der Ausstellung „Ladder to Heaven“ zeigt der Neue Pfaffenhofener Kunstverein in der Kunsthalle vorrangig Originalgrafiken, aber auch Skulpturen und Objekte von über 40 bekannten zeitgenössischen Künstlern aus fünf Nationen, darunter Werke so berühmter Maler*Innen wie Tilo Baumgärtel, David Schnell, Rosa Loy, Neo Rauch, Tal R und Matthias Weischer. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Leipziger Galerie Thaler Originalgrafik und dem Lubok Verlag.

Öffnungszeiten:
täglich 11 – 18 Uhr

 

 

5. SatOne

Renner-Haus, Ingolstädter Straße

Der Münchner Urban Art-Künstler SatOne alias Rafael Gerlach ist bekannt für seine außergewöhnlichen Arbeiten. Mit abstrakten, nichteuklidischen geometrischen Formen und einem außergewöhnlichen Gespür für Farbe und Dynamik entwirft Sat One immer wieder erstaunliche und vor allem großformatige ins Abstrakte reichende Arbeiten an Fassaden im öffentlichen Raum. In Pfaffenhofen wird er das kleine Renner-Haus zum bunten, autarken Kunstobjekt umgestalten.

Rafael Gerlach wurde 1977 in Venezuela geboren und wuchs in München auf, wo sich nun auch sein Studio befindet. Der gelernte Grafikdesigner entdeckte schon früh sein Interesse an Malerei und verwirklicht seit Ende der Neunziger weltweit Projekte im öffentlichen Raum, ebenso wie er in verschiedensten Ausstellungen mit Leinwandarbeiten vertreten ist.

www.satone.de

 

 

6. Stegerbräu

Ingolstädter Straße

Das zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude in der Ingolstädter Straße war bereits vor 400 Jahren Sitz einer Brauerei. Damals gab es in Pfaffenhofen insgesamt 13 Brauereien – bei nur knapp 2.000 Einwohnern. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts war der Stegerbräu Schauplatz turbulenter Partei- und Wahlkampfveranstaltungen. Obwohl das Brauwesen nach dem Ersten Weltkrieg in eine Krise geriet und sich mehrere Brauereien zum Verbund „Brauhaus Pfaffenhofen“ zusammenschlossen, blieb der Stegerbräu eigenständig und bestand als Brauerei noch bis 1936. Die Gastwirtschaft ist auch heute noch gut besucht.

 

 

7. Rentamt

Ecke Hauptplatz / Ingolstädter Straße

Am Platz des heutigen Rentamts stand bis ins 14. Jahrhundert eine Burg, die der Sitz der herzoglichen Verwaltung war. Nach dem großen Stadtbrand 1388 überließ Herzog Albrecht III. den Einwohnern Pfaffenhofens diesen Platz, um dort ihr Rathaus zu erbauen. Der Bayerische Staat forderte 1803 das Gebäude zurück und richtete hier das „kurfürstliche Rentamt“ ein. 1976 veräußerte der Freistaat das Haus an den Landkreis Pfaffenhofen. Architektonisch interessant ist das Walmdach des Rentamts, dessen Flächen nicht nur auf der Trauf-, sondern auch auf der Giebelseite geneigt sind.

 

 

8. The Würfel

Hauptplatz

Ein sich immer wieder änderndes Objekt direkt am Hauptplatz. Der Würfel mit den Grundmaßen 3 x 3 x 3 Metern wird im Laufe des Veranstaltungszeitraums immer wieder bemalt werden. Mit dabei sind Graffiti- und Urban-Art-Künstler aus Pfaffenhofen, Ingolstadt, Regensburg, München, Augsburg.

 

 

9. Brunnen mit Mariensäule und Stadtrelief

Hauptplatz

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden eigens erbaute Wasserleitungen immer wichtiger. Folglich legte man bei städtischen Brunnen neben der reinen Funktionalität zunehmend Wert auf Ästhetik. So hatte 1860 der Stadtmagistrat den Bau eines prächtigen Brunnens zu Ehren der Gottesmutter Maria am Hauptplatz angeregt. Im Frühjahr 1863 wurde der Grundstein gelegt, im Herbst erfolgte die feierliche Einweihung und im Folgejahr wurde der Brunnen fertig gestellt. Seine letzte Umgestaltung erfuhr der Brunnen im Zuge der Hauptplatzerneuerung in den Jahren 2008 bis 2010. Seit 2013 bereichert ein Stadtrelief des Bildhauers und Architekten Roland Sailer den Bereich. Am Modell, das Pfaffenhofen um 1920 darstellt, kann man die Stadt – im wahrsten Sinn des Wortes – (be)greifen.

 

 

10. Spitalkirche

Oberer Hauptplatz

1802 verlagerte man das städtische Spital in die Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters am Oberen Hauptplatz, das im Zuge der Säkularisation geschlossen worden war. So kam die einstige Klosterkirche zu ihrem jetzigen Namen. Überregional bekannt ist die Spitalkirche für ihre Weihnachtskrippe. Von Advent bis Mariä Lichtmess werden wechselweise biblische Szenen mit zum Teil über 200 Jahre alten Figuren nachgestellt. Bis heute befindet sich die Kirche im Besitz der „Gritsch’schen Fundationsstiftung“, die von der Stadt verwaltet wird.

 

 

11. Städtische Galerie

Haus der Begegnung, Oberer Hauptplatz

Die Städtische Galerie versteht sich als Plattform für regionale und überregionale Kunst. Sowohl Kunstschaffende wie auch Kunstinteressierte finden hier bei den wechselnden Ausstellungen einen Ort des Austausches.

Im Veranstaltungszeitraum sind dort Thomas Neumaier, ein Ingolstädter Installations- und Konzeptkünstler, die jährliche, jurierte Gruppen- Ausstellung der „Hallertauer Künstler“, die Teilnehmerausstellung des Fotowettbewerbs „Fotogehgrafie“ sowie die Ausstellung zum in Pfaffenhofen stattfindenden Internationalen Mosaiksymposium zu sehen.

  • 20.05. – 21.06.: Thomas Neumaier: „Kleine Stadteingriffe“
  • 24.06. – 26.07.: Hallertauer Künstler: „Natürlich.“
  • 29.07. – 09.08.: Fotogehgrafie: „Natürlich Pfaffenhofen“.
  • 12.08. – 20.08.: „Fragment“: Mosaik-Ausstellung zum parallel stattfindenden Internationalen Mosaik-Symposium "Die Teile und das Ganze" von DOMO e. V.

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag: 9 –12 Uhr & 13.30 – 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 – 18 Uhr
Bitte beachten: Am 3.Juni ist die Städtische Galerie geschlossen. Am 9. August schließt die Galerie bereits um 12 Uhr.

 

12. Haus der Begegnung mit Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Oberer Hauptplatz

Das klassizistisch gestaltete Gebäude am oberen Hauptplatz wurde zwischen 1876 und 1878 gebaut. Ursprünglich war es die Schule aller Pfaffenhofener Knaben und Mädchen. Um die Jahrhundertwende wurden die Klassen getrennt und die Knaben fortan in der heutigen Joseph-Maria-Lutz-Schule unterrichtet. Nachdem in den 1960-er Jahren mit einer Grund- und Hauptschule weitere Kapazitäten geschaffen waren, sanierte man das vorübergehend ungenutzte Haus gründlich und eröffnete es 1979 unter seinem heutigen Namen „Haus der Begegnung“. Seitdem wird es für Theateraufführungen und Konzerte genutzt. Die Räume bieten außerdem Platz für die Stadtbücherei, die Musikschule, die Städtische Galerie und die Tourismusinformation.

Seit 2014 befindet sich an der südlichen Seite des Hauses der Begegnung das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Ein Ort zum Innehalten, Nachdenken und Gedenken. Schautafeln befassen sich mit Täterbiographien und einzelnen Schicksalen der Opfer des NS-Schreckensregimes in Pfaffenhofen. Als Mahnmal gegen das Vergessen durchbohrt ein hoch aufragender roter Stahlträger eine Ecke des Hauses.

 

 

13. Stadtpfarrkirche St. Johanes Baptist

Oberer Hauptplatz

Die Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist mit ihrem 78 Meter hohen Turm ist das markanteste Gebäude der Pfaffenhofener Innenstadt und befindet sich am westlichen Ende des oberen Hauptplatzes. Nach dem großen Stadtbrand 1388 errichtete man in einer 20-jährigen Bauphase die dreischiffige Basilika im spätgotischen Stil. 1670 wurde ihr Innenraum um barocke Stilelemente ergänzt. Das aktuelle Dekor und die Einrichtung stammen vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert und wurden von namhaften Handwerkern und Künstlern aus Augsburg und München gefertigt. Bis 1798 befand sich rund um die Stadtpfarrkirche der städtische Friedhof, bevor er unter heftigen Protesten der Bevölkerung an seinen heutigen Standort Altenstadt – nördlich des Stadtzentrums – verlegt wurde. Sehenswert ist neben dem Kirchenschiff eine Mariengrotte am Fuße des Kirchturms, die 1888 von August Dirigl nach dem berühmten Vorbild der Grotte von Lourdes gestaltet wurde.

 

 

14. Matthias Wurm

Oberer Hauptplatz

„Stehen zwei Pinguine im Sommer vorm Kirchturm...“

Matthias Wurms Arbeiten sind oft ortsspezifisch und reichen von Skulpturen über Installationen bis hin zur Fotografie. Materialität, Farbigkeit und Ornamentik stellen dabei häufig einen Schwerpunkt dar. So erstrecken sich die Materialien von der klassischen Keramik über Installationen aus Luftballons, bis hin zu Arbeiten aus Tannennadeln oder Zuckerguss. Oft spielen Wurms Arbeiten mit der Wahrnehmung des Betrachters und sind gespickt mit Funken hintersinnigen Humors.

Matthias Wurm ist Neu-Pfaffenhofener und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und Krakau. Neben vielen Ausstellungen in Deutschland, z. B. in München und Hamburg, waren seine Arbeiten auch in Japan, Polen, Ungarn, im Libanon und in New York zu sehen.

www.flachware.de/matthias-wurm

 

 

15. Altes Mesnerhaus

Scheyerer Straße

Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Mesnerhaus an der Scheyerer Straße, gegenüber dem Pfarrhaus, wurde um 1788 erbaut und im Jahre 1834 von der Pfarrkirchenstiftung erworben. Mehr als 100 Jahre durften es die Mesner der Stadtpfarrkirche als Wohnhaus nutzen.

 

 

16. Hermann E. Hechenberger

Auenstraße

Als „eigenwillig“ wurden Hermann Hechenbergers Arbeiten schon des Öfteren betitelt. Aus Flohmarktware, Wohlstandsmüll und seit 1994 schwerpunktmäßig vor allem aus Metall-Schrott jeglicher Art baut der Paunzhausener Künstler eigenwillige Skulpturen und Objekte, die oft auch einen sozialkritischen Ton anschlagen, die aufrütteln und sensibilisieren wollen. Dies aber immer auch mit einer großen Prise Humor, die typisch für Hechenberger ist.

Auch Hechenbergers Werdegang ist nicht geradlinig. Als gelernter Kfz-Schlosser und zeitweise als Antiquitätenhändler und Lebensberater fing er 1987 damit an, sich als Autodidakt künstlerisch zu betätigen. In der Folge fanden viele Ausstellungen in ganz Bayern statt.

www.kunst-hechenberger.de

 

 

17. Stadtturm an der Oberen Stadtmauer

Obere Stadtmauer

Würde man vom Stadtturm an der Oberen Stadtmauer über den Flaschlturm bis hin zum Pfänderturm eine Linie ziehen, so könnte man klar den Verlauf der früheren Stadtmauer ausmachen. Ab dem 17. Jahrhundert bewohnten Handwerker und Kleingewerbetreibende dieses kleine Turmhaus. Auf Initiative des Pfaffenhofener Unternehmers Claus Hipp konnte das Baudenkmal gründlich saniert und liebevoll restauriert werden.

 

 

18. Daniel Man

Flaschlturm, Platzl

In raumgreifenden und raumreflexiven Inszenierungen verbindet der Münchener Künstler Daniel Man verschiedenste Elemente zu einer wirkungsreichen Einheit. In seiner eigenen unverkennbaren Bildsprache werden nuancierte Farben mal kontrastierend, mal harmonisierend verwoben. Geometrische Formen stehen amorphen, organischen Strukturen gegenüber, abstrakte Elemente treffen auf figurative Darstellungen.

Seine Arbeiten hinterlassen nie einen statischen, abgeschlossenen Eindruck. Im Gegenteil – immer ist alles in Bewegung, nichts bleibt stehen. Gerade diese Vielfalt des Zusammentreffens und die Überschneidungen unterschiedlichster kollektiver Ebenen versprechen, das Werk aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und sich gleichzeitig als Betrachter innerhalb des Kunstwerks zu positionieren. In Pfaffenhofen wird Daniel eine Inszenierung des Raumes zwischen den Gebäuden erarbeiten und damit den historischen Flaschlturm völlig neu darstellen.

In London geboren, in Hong Kong und in Deutschland aufgewachsen hinterließ Daniel Man als Graffiti-Künstler weltweit seine Spuren. Er lebt seit seinem Studium an der dortigen Akademie der Bildenden Künste als Meisterschüler bei Markus Oehlen in bzw. bei München.

www.danielman.net

 

 

19. Flaschlturm

Platzl

Pfaffenhofen war im Mittelalter von einer Stadtmauer umgeben, die nach 50-jähriger Bauzeit 1438 fertiggestellt wurde. Mit ihren vier Stadttoren und den 17 Wehrtürmen sollte sie sowohl Stadt als auch Einwohner vor wiederholten Angriffen und Zerstörungen schützen. Von der damaligen Stadtbefestigung ist der Stadtturm am Platzl (im Volksmund auch Flaschlturm genannt) einer der drei noch erhaltenen Türme. Er wurde im frühen 15. Jahrhundert errichtet und befand sich im 17. und 18. Jahrhundert im Besitz hoher kurfürstlicher Beamter.

Aus dieser Zeit stammt auch das aufgesetzte Mansardendach, das ihm sein charakteristisches Aussehen verleiht. Bis 2010 war im Flaschlturm ein Museum für den bekannten Pfaffenhofener Heimatdichter Joseph Maria Lutz untergebracht. Nach dem Umbau im Jahre 2012 steht der Turm als Wohnung für Literaturstipendiaten zur Verfügung.

 

 

20. Rathaus

Unterer Hauptplatz

Das Rathaus wurde in den Jahren 1865 bis 1868 im neugotischen Stil an der Stelle des ehemaligen Spitals erbaut, das sich dort nahezu 500 Jahre befunden hatte. Architekt Franz-Xaver Beyschlag war ein Schüler des berühmten Friedrich von Gärtner und hatte sich als Bauleiter bei der Errichtung des Siegestors in München einen Namen gemacht. Das Gebäude mit seinem begehbaren Spitzturm bildet den charakteristischen Abschluss des Hauptplatzes Richtung Osten. Neben der Verwaltung nutzten im 19. Jahrhundert auch die Feuerwehr und die Polizei Räumlichkeiten im Rathaus. Seit seiner grundlegenden Sanierung in den Jahren 2006 bis 2008 erstrahlt das Rathaus wieder im Original der Fassade von 1868. Der große Festsaal wurde ebenfalls originalgetreu restauriert. Hier finden zahlreiche offizielle Veranstaltungen und die regelmäßigen Stadtratssitzungen statt. Heute befinden sich im Rathaus u. a. das Standesamt und das städtische Bürgerbüro.

 

 

21. Ausstellungen im Rathaus

Rathaus-Foyer und 1. Stock

  • 26.05. – 25.06.: Lebendige Vielfalt – von der Natur lernen. Die HiPP – Ausstellung
    Eröffnung am Donnerstag, 25.05., 19.30 Uhr
  • 01.07. – 25.07.: „Sie hat mir der Himmel geschickt“ – Karikaturenausstellung des Hospizvereins
    Eröffnung am Freitag, 30.06., 19 Uhr
  • 29.07. – 20.08.: HALLERTAUER-Regionalgeld-Serie 2017 – Fotoausstellung
    Eröffnung am Freitag, 28.07., 19.30 Uhr

 

Öffnungszeiten
Montag: 8 – 16 Uhr
Dienstag, Mittwoch: jeweils 8 – 12 Uhr
Donnerstag, Freitag: 8 – 18 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 14 – 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

 

 

22. Beatrix Eitel

Hauptplatz

Die Arbeiten von Beatrix Eitel können vor allem durch ihre Reduzierung in Form, Struktur und Farbe charakterisiert werden. Bevorzugt verwendet sie vorgefundene alltägliche Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien, erkundet ihre Eigenarten und erzeugt durch deren vielfache Aneinanderreihung Ordnungsstrukturen, die Raum lassen für Zufälligkeiten, für Unvorhersehbares, für nicht Steuerbares.

Ihre Vorgehensweise wird durch das handwerkliche Tun an sich bestimmt. Durch die Wiederholung immer gleicher Handgriffe entstehen rhythmische Bewegungsabläufe, die meditativen Charakter haben. Eitels Arbeiten betonen die sinnliche Wahrnehmung dieser Tätigkeit, die Entwicklung der Arbeiten aus dem Tun heraus und damit letztendlich das „im Prozess bleiben“.

Beatrix Eitel wurde 1964 in Kronstadt in Rumänien geboren. Sie ist ausgebildete Kommunikationsdesignerin und lebt und arbeitet in Büttelbronn bei Weissenburg.

www.beatrix-eitel.de

 

 

23. Lebzelterei und Wachszieherei Hipp

Cafe Hipp, Unterer Hauptplatz

Dieses Haus hat eine in Deutschland einzigartige Tradition. Bereits 1610 wurden hier Lebzelten gebacken, Kerzen gezogen und Votivtafeln gefertigt. An gleicher Stelle geht man noch heute diesem seltenen Handwerk nach, historische Werkzeuge kann man im Lebzelter- und Wachszieher-Museum bestaunen. Das heutige Café Hipp ist zudem die Wiege einer weltweit bekannten Marke: Hipp Babynahrung. Was Ende des 19. Jahrhunderts mit der Herstellung von Kinderbrei aus Zwiebackmehl begann, entwickelte sich zum internationalen Marktführer für Babykost. Das Café selbst machte 1997 mit der „Längsten Praline der Welt“ Schlagzeilen und sicherte sich damit einen Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“.

 

 

24. Max Birkl

Frauenstraße 22 & Wehr am Bürgerpark

Max Birkl arbeitet mit feinem Strich und viel Liebe zum Detail. Der Augsburger ist äußerst vielseitig, sucht ständig neue Ausdrucksformen und bewegt sich dabei frei zwischen den Disziplinen Grafik und Malerei. Dabei beherrscht er sämtliche Formate von der filigranen Zeichnung bis zur monumentalen Wandarbeit.

Darüber hinaus hat er sich inzwischen auch als Tätowierer einen Namen gemacht. Birkls Zeichnungen changieren zwischen klassischer Illustration und Comic. Seine große Liebe zur Natur und insbesondere zur Tierwelt ist bei der Motivwahl dabei oftmals spürbar.

Max Birkl ist gebürtiger Augsburger. Seit seinem Diplom als Illustrator arbeitet er freischaffend als Grafiker und Illustrator, hinterlässt aber auch Spuren als Fassadenkünstler und bei verschiedensten Ausstellungen.

www.maxbirkl.de

 

 

25. Alberonero

Würfl-Haus, Frauenstraße

Der italienische Künstler Alberonero wird die Fassade des ehemaligen Würflhauses in ein Kunstwerk umwandeln. Alberonero schwebt zwischen Reduktion und Fülle: Formal konzentriert auf wenige, einfache geometrische Formen arbeitet er mit einem großen Spektrum an Farbtönen.

Die Reduktion auf eine einzige Form ermöglicht dabei eine Fokussierung auf die Farbe, die damit zentrales Element seiner Arbeit wird und eine intensive Wirkung entfaltet. Alberonero nutzt bei seinen Arbeiten im öffentlichen Raum stets die Umgebung und reagiert auf architektonische oder landschaftliche Gegebenheiten. Es entsteht damit ein großes Haus-Kunstwerk, das seine Umgebung miteinbezieht.

Alberonero wurde in Lodi in Norditalien geboren und lebt und arbeitet derzeit in Mailand. Nach Abschluss seines Innenarchitekturstudiums ist er als Organisator von Kunst-Festivals in Erscheinung getreten und verwirklicht verschiedenste künstlerische Projekte weltweit.

www.alberonero.it

 

 

26. Mariensäule

Frauenstraße

In der früheren „Türlgasse“ – der heutigen Frauenstraße – befand sich an der Einmündung zur Löwenstraße ein kleiner Brunnen, der 1830 auf Initiative des Färbers Anton Unger durch eine Marienstatue auf einer Säule verschönert werden sollte. Pfaffenhofener Bürger und Kaufleute brachten die nötige Summe gemeinsam auf und ermöglichten so, dass die Statue im Frühjahr 1833 aufgestellt und durch Stadtpfarrer Melchior Geitner eingeweiht werden konnte. Mit dem Abbruch des „Türltors“ im Jahre 1891 versetze man die Mariensäule etwa 50 Meter nach Norden an ihren heutigen Standort. Seit 2001 ersetzt eine Nachbildung die Originalstatue, die heute im Heimatmuseum aufbewahrt wird.

 

 

27. Kreativquartier: Kunstkaufhaus

Frauenstraße

Das Kreativquartier ist ein seit 5 Jahren bestehendes lokales Projekt mit Arbeitsräumen für Künstler, Musiker und anderen Kreativen, verwaltet vom Neuen Pfaffenhofener Kunstverein und unterstützt von der Stadt Pfaffenhofen. Es ist Ort einer besonderen Produzentengalerie: Regionale Künstler aus allen Sparten zeigen hier auf Einladung der Organisatoren des Hauses ihre aktuellen Arbeiten.Der Name ist dabei auch Programm: Für Kunstinteressierte gibt es ein großes Angebot von Druckgrafik über Malerei, von Skulptur über Illustration bis hin zu Fotografie.

Die teilnehmenden Künstler sind Sabine Ackstaller & Moritz Schweikl, Julia André, Philipp Brosche, Helene Charitou, Sebastian Daschner, Hans Dollinger, Beatrix Eitel, Julia Gandre, Raik Gupin, Annette Marketsmüller, M.I.A.M.I, Gottfried Müller, Christoph Scholter, Bernhard Singer, Matthias Wurm und Christian Ziegelmeier. Gleichzeitig laden die Kreativen des Quartiers im Veranstaltungszeitraum mit einigen temporären Aktionen zum Rundgang in ihrem Haus ein.

Öffnungszeiten:
Donnerstag – Sonntag, Feiertag:  14 – 20 Uhr

 

 

28. Philipp Brosche

Fassade Kreativquartier, Frauenstraße

Philipp Brosche, Musiker, Maler und Kulturförderpreisträger der Stadt Pfaffenhofen im letzten Jahr, arbeitet spielerisch ernst: Zwischen hohem technischem Niveau in vielfältigen Bereichen und dem Drang, das spielerische Element zwischen den Genres, beim Durcharbeiten sämtlicher Stilrichtungen auszuleben, bewegen sich seine Bilder zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Charakteristisch für diesen Spannungsbogen sind eine große Neugier und die Leidenschaft für das Experimentelle und das Fragmentarische. Brosche hat über diesen Weg eine komplett eigene Bildsprache entwickelt und setzt sich thematisch auf ganz eigene Art und Weise mit seiner ländlichen Heimat auseinander.

Am Kreativquartier setzt Brosche eine großformatige Wandmalerei um, die das charakteristische Gebäude als Kunstobjekt inszeniert.

Philipp Brosche, 1989 in Pfaffenhofen geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und ist Mieter des Kreativquartiers.

 

 

29. Hungerturm

Stadtgraben

Der um das Jahr 1400 errichtete Pfänderturm markierte die damalige nordöstliche Stadtgrenze und ist eines der letzten im Originalzustand erhaltenen Gebäude der alten Wehranlage. Hier inhaftierte man Personen, die Schulden hatten und gepfändet worden waren. Während die Stadtmauer 1807 abgetragen wurde, ließ man den Pfänderturm stehen, um ihn noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Arrestzelle zu nutzen.

 

 

 

30. Thomas Wimmer

Schlachthofstraße

Thomas Wimmers Arbeiten sind Blickfänger: Formal reduziert auf einfache ausdrucksstarke Formen, entwickeln sie ihre Wirkung vor allem auch über die Details. Zum einen kontrastiert der Bildhauer gerne Materialien, um ihre spezifischen Eigenschaften jeweils noch zu erhöhen; die Arbeiten bestehen meist zumindest aus zwei Materialien: Holz und Metall, meist Cortenstahl. Zum anderen sind es die Details, die den einfachen abstrakten Formen des Kunstwerks gegenständliche Elemente hinzufügen.

Thomas Wimmer, der an der Akademie der Bildenden Künste bei Hans Ladner Meisterschüler war, stammt aus Bruckmühl, lebt und arbeitet aber seit 1993 überwiegend in S. Totónio in Portugal, wo er auch seitdem verschiedenste Internationale Bildhauersymposien organisierte.

 
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