Pfaffenhofen

Pfaffenhofener Lesebühne

Die Pfaffenhofener Lesebühne in der dritten Saison!

Literatur für Pfaffenhofen, und das nun schon im dritten Jahr. Als kleine Lesereihe wurde die „Pfaffenhofener Lesebühne“ 2014 ins Leben gerufen, um dem Pfaffenhofener Publikum verschiedenste Leseveranstaltungen zu bieten.

Die Bühne ist auch 2016 wieder ein wichtiges Grundelement der Reihe, denn bei vielen Veranstaltungen steht der Vortrag im Mittelpunkt: Es gibt Lyriklesungen und musikalische Veranstaltungen, fundierte Einführungen in die Bücher oder die Premiere eines lang erwarteten Textes. Immer ist es der spezielle Live-Moment, der die Lesungen im ersten Halbjahr zu einem besonderen Literaturerlebnis machen soll.

Im Programm zu finden sind dabei nicht nur bekannte Autoren, sondern auf der Lesebühne erwartet das Publikum auch Aktuelles von regionalen Autoren.

Eintrittskarten gibt es für alle Veranstaltungen bei den Vorverkaufsstellen Pfaffenhofener Kurier, intakt Musikinstitut und Elektro Steib oder online unter www.okticket.de.

 

Die erste Halbzeit der dritten Saison der Pfaffenhofener Lesebühne hatte viel zu bieten

Fünf höchst unterschiedliche Lesungen standen auf dem Frühjahrsprogramm der Pfaffenhofener Lesebühne, die die städtische Kulturabteilung jetzt zum dritten Mal veranstaltete. Dabei war jeder Abend für sich ein ganz besonderes Erlebnis und die Resonanz des Publikums war rundum positiv. Ein guter Grund also, das Programm im Herbst mit einigen literarischen Highlights fortzusetzen. Besonders freuen kann man sich schon auf eine Lesung von Catalin Dorian Florescu am 24. September in der Kulturhalle und ein Gastspiel von Michael Lerchenberg & eberwein unter dem Titel „Ludwig Thoma – ein schwieriger Bayer“ am 11. November im Festsaal des Rathauses.

 

Den Auftakt zur vergangenen Lesebühnen-Reihe gestaltete im Februar die Buchhandlung Osiander mit einer Lesung von Thomas Schuler, einem der führenden Napoleon-Experten Deutschlands, der in seinem Buch „Wir sind auf einem Vulkan“ der Verbindung zwischen Napoleon und Bayern nachging.

 

Während hier Historisches im Mittelpunkt stand, ging es bei der zweiten Lesebühnen-Veranstaltung Anfang April um typisch Bayerisches. Sigi Haiplik, literarischer Geheimtipp in der Pfaffenhofener Kulturszene, und Sepp Raith, bayernweit bekannter Liedermacher, unterhielten ihre Zuhörer mit finster-hintersinnigen Geschichten, kurzweiligen Gedichten und pointierten Liedern.

 

Weit weg aus Bayern, über den „großen Teich“ bis nach Kanada bzw. Amerika führten die beiden folgenden Lesebühnen-Abende das Pfaffenhofener Publikum. Dem weltberühmten kanadischen Musiker und Songwriter Neil Young widmeten der Schriftsteller Thomas Kraft, die Sängerin Laura Wachter und der Gitarrist Steven Lichtenwimmer eine musikalische Lesung. „Heart of Gold“ betitelten die drei Künstler ihre literarisch-musikalische Hommage an Neil Young, in der sie sein Leben mit Texten, Fotos und Liedern eindrucksvoll Revue passieren ließen.

Höchstpersönlich zu Gast auf der Pfaffenhofener Lesebühne war am 6. Mai der amerikanische Lyriker Neal Hall und er traf seine Zuhörer mitten ins Herz. Neal Hall stammt aus Ohio und er ist schwarz. Schlüsselthemen in seinen Texten sind der fortwährende Rassismus, die Unterdrückung, Ausbeutung und Denunziation, die den schwarzen Amerikanern widerfahren. Mit mächtiger, teilweise schonungsloser Sprache klagt er in seinen Gedichten die nicht enden wollende Diskriminierung an. Um dem Publikum das Verstehen zu erleichtern, waren seine Gedichte eigens ins Deutsche übersetzt worden. Einprägsam vorgetragen wurde die deutsche Version jeweils von der Schauspielerin und Kulturförderpreisträgerin der Stadt Pfaffenhofen, Laura Maire.

Den Abschluss der Lesebühnen-Reihe bildete am Samstag, 20. Mai, das „Auswärtsspiel“ dreier junger Literaten aus München. Markus Ostermair, Ricarda Kiel und Tristan Marquardt kamen zu einer literarischen Landpartie ins Pfaffenhofener Kreativquartier. Die Lesung brachte junge Lyrik, aber auch Prosa in die ehemalige THW-Halle neben der Alten Kämmerei. Ins Bild passte dabei vor allem ein gemeinsamer Vortrag von Ricarda Kiel und Tristan Marquardt, die ein lyrisches Twitter-Projekt vorstellten: Eine Dokumentation von Kurzgedichten, Spezialität der beiden, die sie unter verschiedenen Pseudonymen über einen längeren Zeitraum auf Twitter austauschten, wodurch ein lyrisches Gespräch entstand, das auch die Tagesgeschehnisse und Erlebnisse der Beiden abbildete. Kontrapunkt zu diesen extremen Kurzformaten waren die sehr detaillierten Beschreibungen und Beobachtungen in Markus Ostermairs Texten. Mit Gitarrenstücken kongenial musikalisch umrahmt wurde die Lesung durch den „Chinesischen Geschäftsmann“, seines Zeichens Mieter des Kreativquartiers.