Pfaffenhofen

Pfaffenhofener Lesebühne

Die Pfaffenhofener Lesebühne 2017 ist zu Ende - Nächstes Jahr geht's in die nächste Runde.

Literatur für Pfaffenhofen, und das nun schon im vierten Jahr. Als kleine Lesereihe wurde die „Pfaffenhofener Lesebühne“ 2014 ins Leben gerufen, um dem Pfaffenhofener Publikum verschiedenste Leseveranstaltungen zu bieten.

Im Herbst 2017 änderte die Lesebühne ihr Konzept: Das Programm wurde auf wenige Tage konzentriert. Statt wie bisher Lesungen aus verschiedensten Bereichen in ein Programm über mehrere Wochen hinweg zu verteilen, wurde gab es im Oktober 2017 zum ersten Mal gebündelte Literaturtage: Ein anspruchsvolles Programm mit fünf Lesungen an nur vier Tagen war vom 19. bis 22. Oktober geboten.

Das Programm war breit gefächert und reichte vom internationalen Bestsellerautor Martin Walker, der den neunten Kriminalfall von Chef de Police Bruno vorstellt, über den ersten Roman der Sachbuch-Bestsellerin Sabine Bode und der Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder, die in ihrem neuen Buch ihr ganz persönliches Erfolgskonzept verrät, bis hin zur Vorstellung eines noch unveröffentlichten Buches durch den Pfaffenhofener Dramaturgen und Philosophen Dr. Lenz Prütting auf seinem malerischen Bauernhof. Den Auftakt gestaltete der Berliner Schriftsteller Christoph Peters, dessen Erzählungen im neuesten Erzählband aus unterschiedlichen Richtungen die Verhältnisse zwischen dem islamischen Orient und dem Westen einkreisen.

 

19. Oktober: Christoph Peters "Selfie mit Sheikh"

Zum Auftakt las Christoph Peters am Donnerstag aus seinem neuen Erzählband „Selfie mit Sheikh“, dessen Geschichten teils in Deutschland, teils in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens spielen.
Auf beeindruckende Weise umkreisen Christoph Peters‘ Erzählungen diese Themen in immer neuen Facetten. Wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor lässt uns Christoph Peters in seinen Erzählungen eintauchen in eine manchmal unergründliche, manchmal verstörende, bisweilen komische und gelegentlich auch überraschend vertraute Welt jenseits des Abendlands.

 

20. Oktober: Sabine Bode "Das Mädchen im Strom"

Am folgenden Abend war Sabine Bode zu Gast im Festsaal des Rathauses. Als Sachbuchautorin bekannt, stellte sie jetzt ihren ersten Roman „Das Mädchen im Strom“ vor: die Geschichte des Judenmädchens Gudrun, das vor den Nazis nach Shanghai flieht, dort das Ghetto überlebt und schließlich nach Deutschland zurückkehrt – ganz allein, denn ihre Eltern und ihr Jugendfreund sind inzwischen tot.
Der Roman ist eigentlich eine nacherzählte Geschichte, denn Sabine Bode hat Gudrun, die Hauptfigur ihres Buches, persönlich kennengelernt: Beide waren Hospitantinnen in einer Psychosomatischen Klinik. Trotz des Altersunterschieds von 26 Jahren haben sie sich auf Anhieb gut verstanden. Da Gudrun sich nicht an alle Details ihrer Flucht erinnern konnte, recherchierte Sabine Bode einige Teile und fügte Nebenfiguren sowie Dialoge hinzu. 

 

21. Oktober: Sina Trinkwalder "Im nächsten Leben ist zu spät"

Sie ist eine echte Powerfrau und ein wahres Energiebündel: Sina Trinkwalder, erfolgreiche Unternehmerin und Autorin, stellte am Samstagnachmittag ihr Buch „Im nächsten Leben ist zu spät“ auf der Lesebühne vor – aber sie wollte die Bühne nicht betreten. Auch auf Tisch und Stuhl, Leselampe und Mikrophon verzichtete sie gern und blieb stattdessen vor dem Publikum stehen, quasi auf Augenhöhe, und erzählte ihre Geschichte. „Lesen könnt Ihr ja selbst“, erklärte sie dem Publikum und nahm ihr Buch nur einmal für eine kurze Textpassage in die Hand.
Ansonsten erzählte sie sehr anschaulich und unterhaltsam von den wichtigsten Stationen ihres Lebens und von ihrem Erfolgskonzept, den beiden abgebrochenen Studiengängen und dem höchst erfolgreichen Marketingjob, von der Begegnung mit einem Obdachlosen, die ihr Leben völlig veränderte, und von der Gründung ihres heute 150 Mitarbeiter starken Sozialunternehmens manomama, in dem sie fast ausschließlich Menschen (sehr viele Frauen) beschäftigt, die vorher arbeitslos waren. Ihr Fazit: Optimistisch denken unter Einbeziehung der Realität. Und keinen Trends hinterherlaufen, sondern ganz normal und ganz man selbst sein.

 

22. Oktober: Lenz Prütting "Versuch, ein Leben zu verstehen. Mein Vater im Dritten Reich"

Lenz Prütting lud am Sonntagnachmittag in sein mit viel Liebe renoviertes Bauernhaus in Göbelsbach zur Lesung mit dem Titel „Versuch, ein Leben zu verstehen. Mein Vater im Dritten Reich“ ein. Die zahlreichen Besucher waren gespannt auf die persönlichen Gedanken Prüttings zu den Tagebüchern seines Vaters Michael und dem Briefwechsel seiner Eltern aus den Jahren 1934 bis 1942. Im Alter von 29 Jahren ist Michael Prütting 1942 beim Marsch auf Stalingrad gefallen. Lenz Prütting war zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt; er hat seinen Vater nie kennengelernt.
Lenz Prütting analysiert in seinem Buch das Leben und auch die Weltanschauung seines Vaters. Der war ein protestantischer Franke, der schon zu Schulzeiten für Hitler schwärmte und marschierte. Lenz Prüttings Werk „Versuch, ein Leben zu verstehen. Mein Vater im Dritten Reich“ wird voraussichtlich im Herbst 2018 beim Herder-Verlag erscheinen.

 

22. Oktober: Martin Walker "Grand Prix"

Zum Abschluss der Literaturtage stellte Bestsellerautor Martin Walker am Sonntagabend im gut besuchten Rathaussaal seinen neuesten Krimi „Grand Prix“ vor. Der aus Schottland stammende Walker begrüßte das überraschte Publikum souverän auf Deutsch, bevor er dann seinen Teil der Lesung auf Englisch hielt, während Schauspieler Markus Boniberger den deutschen Part übernahm.
Martin Walker entführte das Publikum ins französische Périgord, wo der „Chef de Police“ Bruno bereits das neunte Mal mit einem nervenaufreibenden Fall betraut ist. Walker, der selbst seit vielen Jahren in der Provinz Périgord lebt, bettet die spannende Ermittlungsarbeit des Dorfpolizisten authentisch in die typisch südfranzösische Idylle, die er liebenswert skizziert. Den Protagonisten und Hobbykoch Bruno lässt Walker zudem seine eigene Leidenschaft für die französische Küche ausleben, und so konnten die Zuhörer auch noch einiges über die Zubereitung regionaler Spezialitäten lernen.
Nach der Lesung konnte man sich noch ein Exemplar von „Grand Prix“ signieren lassen und mit dem Autor ins Gespräch kommen. Die Lesung von Martin Walker war der krönende Abschluss der Literaturtage und hat bereits die Vorfreude auf die nächste Saison der Pfaffenhofener Lesebühne geweckt.

 

Der Programmflyer zum Durchblättern oder Download:

 

 

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