Pfaffenhofen

Stadtrat beschließt neue Verkehrsführung am Hauptplatz: Zufahrt ja, Durchfahrt nein.

Zuviel Blech am Hauptplatz: Das soll sich mit der Sperrung einiger Parkplätze ändern.
Ein Bündel an Begleitmaßnahmen beauftragt

Wie lässt sich ein drohendes Verkehrschaos in der Pfaffenhofener Innenstadt vermeiden? Mit einem Verkehrs- und Parkraumkonzept geht die Stadt Pfaffenhofen dieses Thema proaktiv an. Erste Maßnahme: Unnötiger Durchfahrtsverkehr soll vom Hauptplatz verbannt werden.

Wer dort zu tun hat – Besorgungen, Arztbesuche, Behördengänge – kann aber weiterhin reinfahren. Außerdem werden zwar am unteren Hauptplatz einige Parkplätze entfallen, aber im direkten Umfeld ersetzt.

Das Ziel: Mehr Ruhe und Sicherheit für Pfaffenhofens Hauptplatz – und damit eine Verbesserung für alle, die sich dort zum Flanieren und Verweilen aufhalten.

Die Stadt Pfaffenhofen ist gerade dabei, einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen. Die Verkehrsplanung ist dabei ein wesentlicher Teil. Der Stadtrat hatte die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplanes und hier vor allem die Umgestaltung des Hauptplatzes am 8. November auf der Tagesordnung und stimmte dem vorgestellten Verkehrskonzept mehrheitlich mit 18:12 Stimmen zu. Damit wurde beschlossen, den Hauptplatz, den Hofberg und die Frauenstraße für den Durchgangsverkehr zu sperren.

Die Verwaltung wurde beauftragt, bis Februar 2018 eine Ausarbeitung zur Umgestaltung der Spitalstraße vorzubereiten sowie entsprechende Vorfahrts- und Abbiegeregelungen am Altstadtstring. Außerdem sollen Details bzw. Alternativen zur Installation von Pollern am Hauptplatz vorgelegt werden, ebenso wie Details eines Parkierungskonzepts sowie Vorschläge zu verkehrsleitenden Maßnahmen in der Hohenwarter Straße und im Bereich der Evangelischen Kirche. Darüber hinaus soll die Neukonzeption des Stadtbussystems mit Wirkung für 2020 vorbereitet werden und die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Pfaffenhofen soll weiter vorangetrieben werden.

Auch wenn in der Kleinstadt noch keine Dieselfahrverbote wegen Feinstaubs drohen, so will die Stadt das Thema Mobilität doch vorausschauend und nachhaltig gestalten. Denn höhere Einwohnerzahlen und wachsende Umlandgemeinden bedeuten auch mehr Verkehr. Die Verkehrsbelastung ist zum Teil extrem angestiegen, wie sich z. B. täglich am Kreisel in der Scheyerer Straße beobachten lässt. Tausende von Fahrzeugen sind hier tagtäglich unterwegs, und eine weitere deutliche Steigerung wird prognostiziert, wenn sich an der Verkehrsführung nichts ändert.

Alle Verkehrsarten im Fokus
„Wir wollen nicht warten, dass alles schlimmer wird“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker. „Es gilt jetzt Entscheidungen zu treffen, wie wir den sich abzeichnenden Entwicklungen begegnen können.“ So wird an einem Bündel von Maßnahmen gearbeitet, die u. a. eine Änderung des Mobilitätsverhaltens weg vom motorisierten Individualverkehr hin zu klimaschonenden Verkehrsmitteln bewirken sollen. Die Verbesserung der Radinfrastruktur gehört ebenso dazu wie die Neukonzeption des ÖPNV.

Doch auch der individuelle Pkw-Verkehr wird in Pfaffenhofen mit seinen Ortsteilen und aufgrund des großen Einzugsgebietes stets eine gewichtige Rolle spielen. Um wenigstens den überörtlichen Verkehr zu reduzieren, wirkt die Stadt nach wie vor darauf hin, dass die Ortsumgehung vom Bahnhof zur Autobahn kommt.

Unnötige Fahrten über den Hauptplatz reduzieren

Besonderes Augenmerk bei den Überlegungen zum Verkehr der Zukunft liegt auf der „guten Stube“ der Stadt, dem Hauptplatz. Daher wurde ein Verkehrs- und Parkraumkonzept für die Innenstadt in Auftrag gegeben, das eine weitere Verkehrsberuhigung in mehreren Stufen vorschlägt.

Zentrale Maßnahme der aktuellen Planungen ist es, die Durchfahrt über den Hauptplatz zu sperren. Eine Zufahrt wird weiterhin möglich sein für alle, die den Hauptplatz als Ziel haben, sei es für einen Arztbesuch, den Kirchgang, Behördenbesuche und natürlich den schnellen Einkauf. Autofahrer aber, die den Hauptplatz bisher nur durchqueren, müssen künftig eine andere Route nehmen. Die direkte Verbindung von Scheyerer Straße über den Hauptplatz hinaus in die Ingolstädter Straße – und umgekehrt – wird gekappt. Viele unnötige Fahrten über den Hauptplatz werden damit vermieden, und auch der Parkraumsuchverkehr kann eingeschränkt werden. Wer also z. B. von Niederscheyern ins Freibad will, kann künftig nicht mehr mitten durch die Stadt fahren, sondern nimmt am besten gleich die Umgehungsstraße.

Mehr Ruhe und Sicherheit durch weniger Autos

Wie attraktiv der Hauptplatz ist und wie schön es sich in der Innenstadt leben, bummeln und verweilen lässt, zeigte sich im vergangenen Sommer während der Gartenschau ganz besonders. Der neue Spielplatz und der Stadtstrand, Familien mit Kindern am Wasserspiel und vollbesetzte Straßencafés brachten südländisches Flair und ein bisschen Urlaubsstimmung auf den Hauptplatz. Einziger „Störfaktor“ waren die vielen parkenden und fahrenden Autos.

Das neue Verkehrskonzept sieht nun auch eine Ausweitung der Fußgängerzone vor sowie den Wegfall einiger Parkplätze. Damit soll nicht zuletzt auch für mehr Sicherheit gesorgt werden, gerade auch mit Blick auf den neuen Kinderspielplatz. Als Ausgleich sollen Dauerparker aus der Tiefgarage unter der Post verbannt werden. Zudem wird geprüft, ob die so genannte „Semmeltaste“ abgeschafft wird. Diese wurde bei der Umgestaltung des Hauptplatzes eingeführt und ermöglicht, 15 Minuten kostenlos zu parken. Generell wird an einer neuen Parkordnung getüftelt, was die zeitliche Staffelung und die Gebühren angeht. Grundlage für die Vorschläge sind Erkenntnisse aus einer Parkraumauswertung. Demnach ist die Auslastung der innerstädtischen Parkplätze gegen 10 Uhr am höchsten, liegt aber selbst am Markt-Dienstag durchschnittlich nur bei 82 Prozent. Die Zahl der Behindertenstellplätze bleibt erhalten, sie werden lediglich teilweise verlegt.

Treffpunkt Innenstadt

Doch „verträgt“ Pfaffenhofens Innenstadt und insbesondere der Handel überhaupt eine weitere Verkehrsberuhigung? Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft, die derzeit das Einzelhandelsgutachten aktualisiert, bejaht das: „Im Standortwettbewerb geht es für die Innenstädte darum, ein besonderes Angebot zu schaffen, das sich von den übrigen örtlichen Standorten und dem Onlinehandel abhebt.“ Er verweist auf erfolgreiche Einkaufszentren, die sich immer mehr als Aufenthaltsort präsentieren. Dies spreche ein Kundenbedürfnis an. Dabei geht es aber um mehr als einen verkehrsfreien Hauptplatz: „Neben einer ansprechenden Gestaltung des öffentlichen Raumes gilt es auch immer wieder, die Innenstadt als Treffpunkt und Veranstaltungsort zu positionieren. Sie ist auch repräsentatives Zentrum und Identifikationsort einer Stadt“, so der Experte.

Autor: Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm

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