Pfaffenhofen

Literaturtage der Pfaffenhofener Lesebühne mit fünf interessanten Lesungen

María Cecilia Barbetta

Mit einer geballten Ladung Literatur geht die Pfaffenhofener Lesebühne in ihre 5. Saison. Wie bereits im vergangenen Jahr, lädt die Kulturabteilung der Stadt Pfaffenhofen zu einer Reihe von Lesungen ein, die nicht über Wochen verteilt werden, sondern gebündelt an einem langen Wochenende über die Bühne gehen. Fünf Lesungen an vier Tagen erwarten das Pfaffenhofener Publikum bei diesen Literaturtagen 2018.

Vom 25. bis 28. Oktober lädt die Stadt Pfaffenhofen zu fünf spannenden und unterhaltsamen Literaturveranstaltungen mit durchweg hochkarätigen Autoren. Das Programm ist breit gefächert und beginnt mit dem Debütroman des SZ-„Streiflicht“-Autors Hilmar Klute. Weiter geht es mit dem neuen Roman der preisgekrönten Schriftstellerin Maria Cecilia Barbetta, der es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 geschafft hat, sowie einer Liebeserklärung an das Älterwerden von Greta Silver und dem neuesten Krimi in der „Tante-Poldi“-Reihe von Mario Giordano. Den Abschluss gestaltet der renommierte Biologe Professor Josef H. Reichholf, dessen neues Buch „Schmetterlinge. Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“ im September erscheint.

Hilmar Klute: „Was dann nachher so schön fliegt“
Hilmar Klute, „Streiflicht“-Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Autor mehrerer Bücher, gestaltet mit einer Lesung aus seinem ersten Roman „Was dann nachher so schön fliegt“ den Auftakt zu den Pfaffenhofener Literaturtagen 2018. Moderiert wird der Abend vom Schriftsteller und ehrenamtlichen Kulturreferenten Steffen Kopetzky.

Mitte der achtziger Jahre im Ruhrgebiet: Der Zivildienstleistende Volker Winterberg träumt davon, ein Dichter zu sein. In Tagträumen klopft er das Werk und Leben literarischer Helden nach der großen Frage ab, worum es im Leben und im Schreiben eigentlich geht. Eine Reise nach Paris beschert ihm seinen bisher größten Erfolg, der ihn wiederum nach Berlin führt. In der geteilten Stadt macht Volker unter anderem Bekanntschaft mit Katja, mit der er bei einem erneuten Besuch ein turbulentes Abenteuer erlebt.

„Was dann nachher so schön fliegt, wie lange ist darauf rumgebrütet worden!“ Dieser Satz von Peter Rühmkorf steht programmatisch für Volker Winterbergs Suche nach dem richtigen Verhältnis von Leben und Schreiben, der richtigen Balance von Lässigkeit und Relevanz. Klutes atmosphärisch-dichte Sprache steckt voller eigentümlicher Wendungen und verblüffender, aber doch treffender Vergleiche.
Die Lesung findet am Donnerstag, 25. Oktober, um 20 Uhr im Strandbad Café am Freibad statt. (Einlass ab 19.30 Uhr).

María Cecilia Barbetta: „Nachtleuchten“
Die Schriftstellerin María Cecilia Barbetta wurde 1972 in Buenos Aires geboren und wuchs in dem Viertel Ballester auf, in dem ihr neuer Roman „Nachtleuchten“ spielt, der jetzt gute Chancen hat, mit dem Deutschen Buchpreis 2018 ausgezeichnet zu werden. Barbetta lebt seit 1996 in Berlin. Schon ihren ersten Roman „Änderungsschneiderei Los Milagros“ (2008) schrieb sie auf Deutsch. Er wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet. Ein Auszug des Manuskripts von „Nachtleuchten“ wurde bereits vor Erscheinen mit dem Alfred-Döblin-Preis geehrt .

In „Nachtleuchten“ erzählt Barbetta von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Sie sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. Im Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft: Teresa und ihre Freundinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der „Ewigen Schönheit“, oder die Mechaniker der Autowerkstatt „Autopia“. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität. Mit einem feinen Gespür für die Poesie des Alltags erzählt die Autorin von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs.

Die Lesung findet am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr im Theatersaal im Haus der Begegnung statt (Einlass ab 19.30 Uhr). Moderiert wird der Abend von Dorle Kopetzky.

Greta Silver: „Wie Brausepulver auf der Zunge“
Greta Silver ist 70 und im Gegensatz zu vielen Gleichaltrigen strotzt sie vor Lebensfreude: „Ein großes Glück ist dieses Alter. Und so bunt. Das hätte ich mir in früheren Jahren niemals träumen lassen.“ Als dritte Autorin der Pfaffenhofener Literaturtage 2018 liest sie aus ihrem Buch „Wie Brausepulver auf der Zunge“, das eine Liebeserklärung an das Älterwerden ist.

Die Themenpalette von Greta Silver ist breit: Aus eigener Erfahrung spricht sie über Mut, Angst, Träume, Verletzungen, Selbstvertrauen, Einsamkeit, Reisen, darüber, wie großartig es ist, alt zu sein, und vieles mehr. Mit knapp 50 Jahren begann die Mutter von drei Kindern und dreifache Großmutter eine neue Karriere als Inneneinrichterin. Mit 66 erfand sich die Hamburgerin noch mal neu und startete als Model und YouTuberin durch. Sie wurde mit ihrem Blog „Zu jung fürs Alter“ zur millionenfach geklickten Fachfrau. Über 350 Kurzfilme lassen den Funken der Begeisterung überspringen und eröffnen eine neue Blickrichtung: „Lebensfreude ist eine Entscheidung – wir sind nicht hilflos den Lebensumständen ausgeliefert. Ich gebe nur Anstöße – inspiriere, spreche oft nur das aus, was man eigentlich selbst schon wusste, dafür aber keine Worte fand“, erklärt Greta Silver.

Die Lesung findet am Samstag, 27.Oktober, um 16 Uhr im Hofbergsaal statt (Einlass ab 15.30).

Mario Giordano: „Tante Poldi und der schöne Antonio“
Poldi hat genug: Nach ihrem 60. Geburtstag will sie endlich mal die Sonnenseiten des Lebens genießen und zieht von München nach Sizilien. Doch dort erwartet die großherzige und viel trinkende Seniorin alles andere als Ruhe und Gelassenheit. In den einzelnen Bänden von Mario Giordanos „Tante Poldi“-Reihe wird die rüstige Rentnerin immer wieder in Kriminalfälle verstrickt. Sie steckt ihre Nase in polizeiliche Ermittlungen und gerät dabei nicht nur mit dem unverschämt gut aussehenden Commissario Montana aneinander.

Der erste Band der unterhaltsamen Krimireihe mit viel Urlaubsstimmung erschien im Jahr 2015. In Pfaffenhofen liest Mario Giordano jetzt aus seinem neuesten, dritten Band mit dem Titel „Tante Poldi und der schöne Antonio“. Und auch da bleibt Poldis Leben turbulent. Es kreuzen wieder mal viel zu viele Männer ihren Weg, die ihr das Leben schwermachen. Und dann ist auch noch einer verschwunden: Thomas, der vor zwei Wochen mit einem Koffer äußerst wertvollen Inhalts von Tansania nach Europa aufgebrochen ist. Dass er diesen Koffer einem afrikanischen Boss gestohlen hat, macht die Sache nicht unbedingt besser. Als Poldi Thomas schließlich aufspürt, ist der Afrikaner leider bereits mausetot...
Mario Giordano gehört zu den vielseitigsten deutschen Unterhaltungsautoren. Mit seinem Vatikan-Thriller „Apocalypsis“ und seinen „Tante Poldi“-Krimis stand er mehrere Wochen auf den Bestsellerlisten. Er schrieb den Roman und das Drehbuch zu „Das Experiment“, für das er den Bayerischen Filmpreis erhielt. Er hat Bilder- und Jugendbücher veröffentlicht und schreibt fürs Kinderfernsehen ebenso wie für verschiedene „Tatorte“.
Die Lesung findet am Samstag, 27. Oktober, um 20 Uhr im Theatersaal im Haus der Begegnung statt (Einlass ab 19.30 Uhr).

„Schmetterlinge: Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“:
Lesung von Josef H. Reichholf

Die Schmetterlinge sterben aus. Nur noch selten sieht man Bläulinge, Schachbrettfalter oder Schwalbenschwanz. Der Kleine Feuerfalter und der Segelfalter sind bereits weithin verschwunden. Pestizide, Überdüngung und Monokulturen machen den Insekten den Garaus. Mit ihnen verschwinden die Vögel.

In seinem neuesten Buch „Schmetterlinge: Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“, das erst Ende September erscheint, analysiert der Biologe und Bestsellerautor Josef H. Reichholf die drohende ökologische Katastrophe und hält ein flammendes Plädoyer für den Schutz der Schmetterlinge. Doch er entführt seine Leser auch in die wundervolle Lebenswelt der Schmetterlinge: zu kleinen Nymphen, die den Seen in Luftblasen entsteigen, und zu zutraulichen, vom Gift der Kröten berauschten Schillerfaltern.

Josef H. Reichholf, geboren 1945 in Niederbayern, ist ein Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe, der als Buchautor mit provokanten Thesen wiederholt Aufsehen erregt hat. Bis April 2010 war er Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er ist Träger der „Treviranus-Medaille“, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er zudem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2010 wurde sein Bestseller „Rabenschwarze Intelligenz“ als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ prämiert.

Der Vortrag beginnt am Sonntag, 28. Oktober, um 14 Uhr im Festsaal des Rathauses statt (Einlass ab 13.30 Uhr).

Karten für alle Veranstaltungen gibt zu je 10 bzw. ermäßigt 8 Euro ab dem 17. September im Vorverkauf bei der Buchhandlung Osiander, dem Pfaffenhofener Kurier, bei Elektro Steib und online unter www.okticket.de. An der Tages- bzw. Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro (ermäßigt 10 Euro).

Alle Informationen zu den Literaturtagen 2018 findet man auf der städtischen Internetseite www.pfaffenhofen.de/lesebuehne und unter www.facebook.com/pfaffenhofener.lesebuehne.

Autor: Kulturamt Pfaffenhofen

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