Haushaltspläne von Stadt und Stiftung für 2026
27. März 2026
Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die städtische Haushaltssatzung für das Jahr 2026 mit Mehrheit verabschiedet, einen großen, soliden Haushalt, der auf vergangene Entscheidungen des Gremiums basiert wie in der Diskussion mehrfach betont wurde. Schon im Rahmen der Vorbereitung hatte die Verwaltung diverse Einsparungen in der Haushaltsplanung vorgenommen und Schwerpunkte gesetzt, d. h. Ausgaben wurden gestrichen oder gekürzt, Investitionen teilweise verschoben oder gestreckt.
Das Haushaltsjahr 2026 und die Finanzplanjahre sind geprägt durch umfangreiche Investitionen in Tiefbau- und Hochbaumaßnahmen (insbesondere in die neue Feuerwache), Klima- und Naturschutz sowie steigende laufende Personalkosten.
„Im Vergleich zu anderen Städten ist Pfaffenhofen noch handlungsfähig und kann auch dieses Jahr wieder einen äußerst soliden Haushalt vorstellen. Dennoch sind wir gut beraten, die Ausgaben zusammenzuhalten. Wir werden den Sparkurs der letzten Jahre aufrechterhalten und Investitionen genau anschauen“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker in der Sitzung.
Volumen weiterhin hoch
Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich 2026 auf beachtliche 103.266.300 Euro (Vorjahr: 103.991.100 Euro) und liegt damit knapp 700.000. Euro unter dem Vorjahr. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 88.445.600 Euro (Vorjahr: 86.433.100 Euro) und auf den Vermögenshaushalt 14.820.700 Euro (Vorjahr: 17.558.000 Euro).
Steuereinnahmen und größte Ausgaben
Wesentliche Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt sind mit 25,6 Mio. Euro die Beteiligung der Stadt an der Einkommensteuer und die Gewerbesteuer mit 21 Mio. Euro. Zuweisungen und Zuschüsse belaufen sich auf rund 6,5 Mio. Euro, die Grundsteuer auf rund 4,2 Mio. Euro und der Anteil der Umsatzsteuer auf 3,6 Mio. Euro. Die Stadt erhält dieses Jahr erneut eine sogenannte Schlüsselzuweisung vom Freistaat Bayern von 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro) zur Kompensation einer zu geringen Einnahmesituation im Verhältnis zur Aufgabenbelastung.
Die größte Ausgabeposition im Verwaltungshaushalt bilden die aufgrund von Tariferhöhungen und Personalmehrbedarf steigenden Personalkosten mit knapp 22 Mio. Euro; wobei gut die Hälfte des städtischen Personals in der Kinderbetreuung tätig ist. Als weitere erhebliche Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt folgen der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand und die Kreisumlage. Die von der Stadt 2026 zu leistende Kreisumlage steigt im Vergleich zu 2025 um fast 7 Mio. Euro und schlägt mit 23,9 Mio. Euro erheblich zu Buche. Sie steigt aufgrund der Erhöhung des Umlagesatzes sowie vor allem aufgrund der höheren Umlagekraft durch höhere Gewerbesteuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen. Bezugsgröße für die Kreisumlage sind nämlich die Schlüsselzuweisungen des Vorjahres und die Gewerbesteuereinnahmen des Vorvorjahres, und da diese 2024 höher als 2023 waren, fällt die Kreisumlage für 2026 auch höher aus als im Haushaltsjahr 2025.
Die Hebesätze für die Grundsteuer hatte der Stadtrat bereits im Dezember 2025 unverändert für die Planung bestätigt: Grundsteuer A 350 v. H., Grundsteuer B 380 v. H. Auch der Hebesatz für die Gewerbesteuer bleibt gleich mit 390 v. H.
Investitionen in Straßen, Feuerwehr und Klimaschutz
Die wesentlichen Investitionen für das Haushaltsjahr 2026 sowie die Folgejahre 2027 bis 2029 sind unter anderem Tiefbaumaßnahmen wie verschiedene Straßenbaumaßnahmen insbesondere im Beamtenviertel und im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans. Der Neubau einer Feuerwache in Pfaffenhofen und einer Lagerstätte für Material und Aushub sind ebenfalls Schwerpunkte und sind mit zunächst knapp 10 Mio. Euro plus rund 5,3 Mio. Euro für die Lagerstätte eingeplant. Des Weiteren sind für den Straßen- und Brückenbau sowie Kanal- und Hochwasserschutzmaßnahmen rd. 24,1 Mio. Euro, für den Klima- und Naturschutz (3,9 Mio. Euro), Neu- und Umbaumaßnahmen im Hallenbad und Freibad (1,7 Mio. Euro) sowie für das Breitbandförderprogramm (1,6 Mio. Euro) vorgesehen.
Entwicklung der Rücklage und der Schulden
Im Haushaltsjahr 2026 ist eine Rücklagenentnahme von 1,2 Mio. Euro zu erwarten, so dass zum Jahresende 2026 noch Rücklagen von rund 12,5 Mio. Euro zur Verfügung stehen. „Trotz der umfangreichen Investitionen sind die vorhandenen Rücklagen größtenteils bis 2028 ausreichend. Erst in den Finanzplanjahren 2028 und 2029 wird, abhängig von den Entscheidungen bzgl. des Neubaus der Feuerwache in Pfaffenhofen, eine Kreditaufnahme von insgesamt rd. 6,2 Mio. € (2028: rd. 0,7 Mio. €, 2029: rd. 5,5 Mio. €) zur Finanzierung der Investitionen notwendig sein“, so Stadtkämmerin Jonas.
Insofern wird der Ende 2025 bestehende Schuldenstand in Höhe von rund 6,5 Mio. Euro bis auf voraussichtlich 11,2 Mio. Euro bis Ende 2029 ansteigen.
Das Gremium dankte Kämmerei und Stadtverwaltung für die im Vorfeld der Stadtratssitzung geleistete Arbeit. Der Verwaltungsentwurf war Anfang Februar im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt und vorberaten worden; der Ausschuss hatte einstimmig dafür votiert, den Haushaltsplan unverändert dem Stadtrat zur Diskussion vorzulegen.
Haushaltsplan der Stiftung ebenfalls genehmigt
Daneben hat der Stadtrat auch den Haushalt 2026 der von der Stadt verwalteten Hl. Geist- und Gritsch’schen Fundationsstiftung einstimmig verabschiedet.
Aus dem Stiftungsvermögen erwirtschaftete Überschüsse werden wiederum für die Stiftungszwecke eingesetzt. Insbesondere läuft derzeit die mit Abstand größte Einzelinvestition der Stiftung: für den Neubau der Seniorenwohnanlage St. Franziskus mit derzeit berechneten Baukosten von rund 16 Mio. Euro sind für die kommenden Planjahre Kreditaufnahmen von insgesamt rund 7 Mio. Euro geplant. Somit wird sich der Schuldenstand der Stiftung bis Ende 2029 auf knapp 10,4 Mio. Euro erhöhen.
Die „Hl. Geist- u. Gritsch’sche Fundationsstiftung Pfaffenhofen a. d. Ilm“ entstand 1923 aus dem Zusammenschluss der 1380 gegründeten „Hl. Geist-Spitalstiftung“ mit der 1736 von Franz und Clara Gritsch gegründeten „Gritsch’schen Fundationsanstalt“. Sie engagiert sich insbesondere für die Altenhilfe. Zum Vermögen der Stiftung gehören Wohnhäuser, Grundstücke und Waldflächen.
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