Pfaffenhofen

Verkehrskonzept Innenstadt

Informationen zum aktuellen Stand der Verkehrsplanung

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Februar einstimmig ein großes Maßnahmenbündel zur Verkehrsberuhigung in der Pfaffenhofener Innenstadt beschlossen. Verbesserungen für Radfahrer, Fußgänger und den Stadtbus gehören dazu. Vor allem aber soll der Durchgangsverkehr verringert werden. „Von innen nach außen“ ist die Devise: Verlagerung von den Zufahrtsstraßen auf die Umgehung, vom Hauptplatz auf den Altstadtring. Die viel diskutierte Sperrung der Hauptplatzdurchfahrt wird vorerst nicht weiter verfolgt. Erst sollen die anderen Maßnahmen greifen.

Die Verkehrsbelastung in Pfaffenhofen nimmt zu. Um dem entgegenzuwirken, arbeitet die Stadt Pfaffenhofen seit drei Jahren proaktiv an einem Verkehrsentwicklungsplan, der parallel zum neuen Flächennutzungsplan entsteht und keineswegs nur auf Autofahrer zugeschnitten ist. Mehrere Fachplaner, aber auch viele Bürger haben daran bereits mitgewirkt.

 

Verkehrsplanung nicht nur für Autos

Nun hat der Stadtrat ein Maßnahmenkonzept für die kommenden drei Jahre beschlossen. Dabei spielt der Ausbau der Radinfrastruktur eine große Rolle, z. B. durch weitere Fahrradstreifen. Eine Neukonzipierung beim Stadtbus mit einer Verdichtung des Angebots soll mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV motivieren. Zusätzliche Fußgängerampeln bringen Verbesserungen für Fußgänger. Und nicht zuletzt werden nachhaltige Mobilitätsformen gefördert. So bezuschusst die Stadt ab März wieder den Kauf von Elektrofahrrädern und erstmals auch die private Anschaffung von Lastenpedelecs.

 

Verkehr von innen nach außen verlagern

Oberstes Ziel des Verkehrskonzepts ist es, Durchgangsverkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. Man will Verkehr von innen nach außen verlagern: von den radialen Zufahrtstraßen auf die Anton-Schranz- und die Schrobenhausener Straße sowie vom Hauptplatz auf den Altstadtring. Dabei geht es nicht einmal so sehr um den überörtlichen Durchgangsverkehr, denn viele Pfaffenhofener nehmen gern den Weg durch die Innenstadt als Abkürzung.

 

Verkehrsberuhigung in den Zufahrtstraßen

Folgende Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren umgesetzt werden:

  • Eine abknickende Vorfahrt von der Hohenwarter zur Anton-Schranz-Straße mit Fußgängerampel soll mehr Verkehr auf die Westtangente leiten.
  • Zur Geschwindigkeitsreduzierung wird die Hohenwarter Straße im Bereich der Moschee mit einer Mittelinsel verengt.
  • Ein Minikreisverkehr an der Ecke Hohenwarter-/Schirmbeckstraße soll ebenfalls den Verkehr ausbremsen, Zebrastreifen erleichtern Fußgängern das Queren.
  • An der Einmündung von Äußerer Quellengasse bzw. Radlberg erhält die Hohenwarter Straße eine Fußgängerampel. Eine weitere Fußgängerampel wird es an der Einmündung der Quellengasse geben, also dort, wo der Fahrradstreifen endet.
  • Radler können ihre Fahrt in die Innenstadt künftig gefahrlos durch die Quellengasse fortsetzen, denn diese wird für Kfz gesperrt und zur reinen Fahrradstraße.
  • Die Ampelsteuerung an der Radlhöfe-Kreuzung wird so angepasst, dass der Verkehr auf der Umgehungsstraße bevorzugt wird – zur Entlastung der Scheyerer Straße.
  • Blumenkübel in der Niederscheyerer Straße auf Höhe des Kreisbauhofs verengen die Fahrbahn.
  • An der Ecke Münchener- /Moosburger Straße wird zunächst ein Mini-Kreisverkehr angelegt. Später soll der gesamte Bereich zu einem Platz umgestaltet werden, der die evangelische Kirche integriert. Bis zur Schulstraße könnte ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich entstehen.

Dazu kommen noch Fahrradstreifen in Scheyerer und Ingolstädter Straße, die nach Fahrbahnsanierungen bzw. Kanalbauarbeiten umgesetzt werden. Weitere Baustellen – unabhängig von der Verkehrsberuhigung – bringen der Kanalbau in Altenstadt und die Sanierung der Anton-Schranz-Straße zwischen Ziegelstraße und Ingolstädter Straße.

 

Verkehrslenkung am Altstadtring

Einen zweiten großen Block im Verkehrskonzept nehmen Maßnahmen ein, die den Verkehr entlang des Altstadtrings neu lenken sollen – z. B. durch neue Abbiege- oder Einbahnregelungen. Auch hier geht es darum, Verkehr nach außen zu verlagern und Knotenpunkte zu entschärfen. Die wichtigsten Neuerungen:

  • Poller entlang des Stadtgrabens an der Schlachthof-/Grabmeirstraße sollen Abkürzungsverkehr durch das Wohngebiet verhindern.
  • Am Ende der Weiherer Straße wird man nur noch rechts abbiegen können. Richtung Stadtmitte führt der Weg dann zum Kreisel am Volksfestplatz und über die Ingolstädter Straße.
  • Zugleich wird die Spitalstraße, die bisher nur für Anlieger befahrbar ist, als Einbahnstraße aus Richtung Ingolstädter Straße geöffnet. Radler können in beiden Richtungen fahren und erhalten einen Schutzstreifen.
  • Auch entlang der Türltorstraße wird ein Fahrrad-Schutzstreifen installiert.
  • Die Frauenstraße wird zwischen Löwenstraße und Riederweg keine Einbahnstraße mehr sein, sondern in beiden Richtungen befahrbar.

 

Maßnahmen gegen Parkplatzsuchverkehr

Flankiert werden sollen die Maßnahmen zur Verkehrslenkung durch ein neues Parkraumkonzept, denn auch die Parkplatzsuche verursacht vermeidbare Fahrten. Stellplätze innerhalb des Altstadtrings werden teurer, außen herum sollen günstigere oder kostenfreie Parkmöglichkeiten angeboten werden. Auch die Parkhäuser sollen günstiger sein als das Parken direkt am Hauptplatz. Die genauen Gebühren werden noch erarbeitet.

 

Aufenthaltsqualität am und um den Hauptplatz

Die Entscheidung über ein eventuelles Durchfahrtsverbot am Hauptplatz fällt erst nach Umsetzung der anderen Maßnahmen. Unabhängig davon sind bauliche Umgestaltungen vorgesehen, die Fußgängerzone soll erweitert, die Aufenthaltsqualität mit Sitzgelegenheiten und Bäumen verbessert werden, der asphaltierte Fahrstreifen auf dem Oberen Hauptplatz soll gepflastert werden. Und auch für eine autofreie Sonnenstraße liegen Visualisierungen vor, die Lust auf Flanieren und Verweilen machen.

Aufzeichnung im Archivplayer

Die Stadtratssitzung vom 22. Februar und auch ein Bürgerinformationsabend zum Verkehrskonzept vom 7. Februar wurden live im Internet übertragen. Die Aufzeichnung beider Veranstaltungen ist zu finden im Archivplayer.

 

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