Pfaffenhofen

Lutz-Stipendium

Die Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm vergibt in Erinnerung an den Schriftsteller Joseph Maria Lutz jährlich ein Aufenthaltsstipendium im Bereich Literatur. Wohnort des Stipendiaten ist der Flaschlturm, ein kleines Barockgebäude in der Altstadt, das 2013 kernsaniert wurde.

Das Stipendium ist dazu bestimmt, Schriftstellern während ihres Aufenthalts die Möglichkeit zu geben, literarische Arbeiten zu beginnen, zu realisieren oder fertig zu stellen. Antragsberechtigt sind jegliche Autoren, die ihrem bisherigen Schaffen eine literarische Befähigung erkennen lassen.

Lutz Stipendium Flaschlturm Daneben ist der Stipendiat dazu verpflichtet, sich während seines Aufenthalts literarisch mit der Stadt Pfaffenhofen auseinander zu setzen. Am Ende des Stipendiums sollte ein literarischer Beitrag im Sinne Joseph Maria Lutz‘ und seines 1932 erschienenen Romans „Der Zwischenfall“ stehen – der vom Besuch eines Dichters in einer oberbayrischen Kleinstadt und den daraus resultierenden Ereignissen handelt. Der Stipendiat ist dazu angehalten einen „Zwischenfall“ in Pfaffenhofen zu schildern. Als Abschluss des Aufenthalts soll eine Lesung des Stipendiaten stehen, die auch die Vorstellung des „Zwischenfall“-Textes beinhaltet.

Jeder Stipendiat erhält ein Aufenthaltsgeld von 800,- Euro monatlich sowie kostenfreie Unterbringung im Flaschlturm (inkl. aller Nebenkosten, Internet etc.). Für die Dauer des Stipendiums besteht Aufenthaltspflicht in Pfaffenhofen.

Über die Vergabe entscheidet eine dreiköpfige Fach-Jury (der Kulturreferent als Vertreter des Stadtrates, ein Vertreter einer literarischen Institution und ein regionaler Medienvertreter).

Lutz-Stipendium Flaschturm Banner

 

Lutz-Stuipendiatin 2017 ist Marie-Alice Schultz

Zum vierten Mal hat die Stadt Pfaffenhofen das Joseph-Maria-Lutz-Stipendium vergeben und zum ersten Mal ist die Wahl auf eine Frau gefallen. Die Hamburger Autorin Marie-Alice Schultz ist als Lutz-Stipendiatin des Jahres 2017 in den historischen Flaschlturm am Platzl eingezogen.

Drei Monate lang wird die 36-jährige Schriftstellerin, die auch künstlerisch tätig ist, in Pfaffenhofen wohnen und arbeiten. In dieser Zeit will sie an ihrem ersten Roman „Mikado-Wälder“ weiterarbeiten und ihn womöglich fertigstellen. Aus diesem Roman stammt auch der Text, mit dem sie die Pfaffenhofener Fach-Jury überzeugen konnte.

Sie wird bis Ende Juli außerdem einen Text über Pfaffenhofen verfassen – das gehört zur Pflicht jedes Lutz-Stipendiaten –, den sie zum Abschluss ihres Aufenthalts bei einer Lesung am 29. Juli im Festsaal des Rathauses präsentiert. An der Langen Nacht der Kunst und Musik, die am 30. Juni stattfindet, will Marie-Alice Schultz sich ebenfalls beteiligen.

Marie-Alice Schultz hat sowohl Theaterwissenschaft und Germanistik in Berlin als auch Bildende Kunst in Wien studiert. Seit ihrem Diplom 2010 arbeitet sie als freie Künstlerin, wie sie es selbst formuliert, „an der Schnittstelle zwischen Text und Zeichnung“.

 

Die bisherigen Lutz-Stipendiaten:

2017 Marie-Alice Schultz
2016 Johann Reißer
2015 Marko Dinic
2014 Matthias Jügler

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